Wie kann man Coxarthrose konservativ behandeln?Als "konservativ" (lateinisch für "bewahrend") bezeichnet man in der Medizin alle Behandlungsformen, bei denen nicht operiert wird. Es gibt eine ganze Reiher konservativer Therapien, die bei Arthrose mit Erfolg eingesetzt werden können, wenn der Gelenkknorpel noch nicht zu stark angegriffen ist. Bei Coxarthrose haben sich insbesondere die folgenden bewährt. Cortisonfreie entzündungshemmende Medikamente (NSAID).Bei der medikamentösen Behandlung von Arthrose setzt man heute vor allem auf schmerzlindernde und entzündungshemmende Arzneimittel. Soweit diese kein Cortison enthalten, sprechen die Mediziner von „nichtsteroidalen Antiphlogistika“ – kurz NSAID. Ein Nachteil dieser Medikamente ist, dass sie bei Langzeittherapie sehr häufig zu Magenbeschwerden führen. Wichtige NSAID sind Abkömmlinge der Acetylsalicylsäure – besser bekannt unter dem Handelsnamen Aspirin. Cortison.Cortison ist ein Hormon und das in der Medizin am häufigsten eingesetzte Steroid. Als Steroide bezeichnet man eine weitläufige Familie fettlöslicher Stoffe mit einer Vielzahl unterschiedlicher Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Cortison und verwandte Präparate sind Medikamente mit stark entzündungshemmender Wirkung. Diese Stoffe dämpfen die natürliche Reaktion des Körpers auf einen Entzündungsreiz - beispielsweise einen von einer Arthrose hervorgerufenen chronischen Reizzustand im Gelenk. Cortison behebt also nicht die eigentliche Ursache der Entzündung, deshalb muss die Einnahme wiederholt werden, bis die gewünschte Wirkung erzielt wurde. Cortison wird zwar auch vom Körper selbst hergestellt, kann aber starke Nebenwirkungen haben, wenn es über längeren Zeitraum genommen wird. Daher sind Cortison-Präparate grundsätzlich verschreibungspflichtig.
Hyaluronsäure.Die Hyaluronsäure ist eine körpereigene Substanz mit stoßdämpfenden und schmierenden Eigenschaften. Vor einigen Jahren wurde aber eine synthetische Substanz entwickelt, die in ihren biochemischen und mechanischen Eigenschaften der natürlichen Hyaluronsäure in der Gelenkflüssigkeit weitgehend entspricht. Diese künstliche Hyaluronsäure wird in der Medizin sowohl bei Abnutzungserscheinungen als auch bei verletzungsbedingten Gelenkschäden verwendet, um für eine gewisse Zeit eine bessere Beweglichkeit herbeizuführen. Hierfür wird das Medikament vom Arzt direkt in das betroffene Gelenk gespritzt - eine schnelle, schmerzlose Behandlung mit oft erstaunlicher Wirkung. Manchmal spricht man in diesem Zusammenhang von "Flüssigkeitsprothese" oder "Gelenkflüssigkeitsprothese", denn das Hyaluronsäure-Präparat ersetzt die körpereigene Gelenkflüssigkeit - allerdings nur vorübergehend. Glucosamin.Auch ganz normale Bewegung verschleißt Teile der Gelenkknorpel - diese müssen laufend ersetzt werden. Der Körper kann aber aus eigener Kraft nicht genug Knorpelsubstanz produzieren, um eine Arthrose auszugleichen. Daher müssen die notwendigen Nährstoffe in Tablettenform von außen zugeführt werden. Einer dieser Stoffe ist Glucosamin - es regt die Knorpelzellen dazu an, verstärkt Grundsubstanz zu bilden, und sorgt dafür, dass die Knorpelmasse feucht und flexibel bleibt. Chondroitinsulfat.Chondroitinsulfat ist wie Glucosamin und Hyaluronsäure ein wichtiger Knorpelbestandteil. Es verleiht dem Knorpel die Struktur und ist verantwortlich für seine Fähigkeit, Wasser zu binden und Nährstoffe passieren zu lassen. Magnetfeldtherapie.Die heilende Kraft des Magnetfeldes ist seit über 200 Jahren bekannt - auch wenn es bis heute keine schlüssige wissenschaftliche Erklärung dafür gibt. Heute wird die Magnetfeldtherapie vor allem in der Sportmedizin und bei schmerzhaften degenerativen Erkrankungen mit Erfolg eingesetzt. Bei Arthrose kommen zwei Varianten dieser Therapie zum Einsatz: die pulsierende Magnetfeldtherapie (PMT) und das Quantron-Resonanz-System (QRS). Beide regen auf unterschiedliche Art körpereigene Heilkräfte zu verstärkter Aktivität an. Ozon.Ozon, der "dreiwertige Sauerstoff", wirkt antientzündlich und antibakteriell. Im Rahmen einer Arthrosebehandlung wird es vom Arzt direkt in das betroffene Gelenk eingespritzt. Im allgemeinen wird diese Behandlung vier bis fünf Mal wiederholt. Orthokintherapie.Eine junge, aber sehr Erfolg versprechende Behandlungsform - leider ist sie ziemlich kostspielig. Bei der Orthokintherapie wird Anti-Interleukin (der Gegenspieler des körpereigenen Entzündungsfaktors Interleukin) direkt ins Gelenk injiziert. Das Neue daran ist, dass die Wirkstoffe von eigenen Zellen des Patienten produziert werden. Dafür wird zunächst mit einer Spezialspritze eine Blutprobe entnommen. Das Blut wird im Labor zur Bildung des Anti-Interleukins angeregt. Dieses wird von den Blutzellen getrennt, an den behandelnden Arzt zurückgeschickt und von diesem ungefähr in wöchentlichen Abständen in das von Arthrose betroffene Gelenk gespritzt. Homöopathische Präparate.Es gibt verschiedene "Schulen" der Homöopathie mit ganz unterschiedlichen Behandlungsmethoden. Sie alle haben gemeinsam, dass ein bestimmtes Leiden nicht in allen Fällen mit einem bestimmten Medikament behandelt wird - sondern die Therapie muss auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden. Etliche Hersteller bieten homöopathische Präparate an, die sich bei Arthrose insbesondere als Knorpelschutz bewährt haben. Bandagen.Stützende Bandagen dienen der Entlastung des betreffenden Gelenks. Sie wirken jedoch nicht als rein mechanische Stütze (wie z.B. ein Gipsverband), sondern regen die Muskeln zur Selbst-Stabilisierung des Gelenks an. Die Bandage reizt "Rezeptoren" in der Haut; diese geben den Impuls über das Rückenmark weiter an die entsprechenden Muskelpartien. Physikalische Anwendungen.Die physikalische Therapie sollte man nicht mit der Physiotherapie (Krankengymnastik) verwechseln. Während diese der Aufrechterhaltung der Beweglichkeit und der Stabilisierung der Muskulatur dient, wirken andere physikalische Therapien beispielsweise
Rehabilitations-Maßnahmen.Als zeit- und kostensparende Alternative zum stationären Aufenthalt an einem Kurort bewährt sich das "ambulante Kur-Verfahren" in einem Rehabilitations-Zentrum. Solche Zentren gibt es in jeder größeren Stadt. Wie eine stationäre Kur muss auch diese ambulante Therapie bei der Krankenkasse beantragt und genehmigt werden. Die "ambulante Kur" besteht aus einem Intensivprogramm zur Behebung von Funktionsstörungen und Dysbalancen. Drei bis vier Stunden täglich werden von Fall zu Fall unterschiedliche Therapien eingesetzt:
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