Welche Operationen sind bei Gonarthrose sinnvoll?Eine Operation ist immer dann angeraten, wenn eine Gonarthrose so weit fortgeschritten ist, dass mit konservativen Mitteln allein keine zufrieden stellende Schmerzlinderung und Beweglichkeit des Knies zu erreichen ist. Welche operative Therapie in Ihrem speziellen Falle die beste ist, können nur Sie selbst im Gespräch mit Ihrem Arzt entscheiden. Hier beschreiben wir kurz fünf bewährte und häufig eingesetzte Verfahren. Synovektomie - Entfernung der Gelenk-Innenhaut.Diese Operation wird entweder am offenen Gelenk durchgeführt, oder durch eine Gelenkspiegelung ("Arthroskopie"). Die Synovektomie hat sich bewährt, wenn es darum geht, eine drohende weitere Zerstörung des Gelenks zu verhindern bzw. zu verlangsamen und Schmerzen zu lindern. Eine Synovektomie ist zu empfehlen, wenn eine Entzündung der Gelenk-Innenhaut auch nach einer längeren Behandlung mit Medikamenten nicht verschwunden ist, oder wenn das Knie bereits nicht mehr richtig bewegt werden kann. Die Operation wird nicht nur bei Arthrose häufig angewandt, sondern auch bei chronischer Polyarthritis. Je früher eine Synovektomie durchgeführt wird, desto höher sind die Besserungschancen. Nach der Operation wächst die Gelenk-Innenhaut innerhalb von einigen Wochen wieder nach.
Arthroskopie - Gelenkspiegelung.Bei der Spiegelung führt der Arzt durch einen kleinen Schnitt in der Haut ein Endoskop ein - ein ummanteltes Glasfaserkabel, durch das man sehen und Videoaufnahmen anfertigen kann. An der Spitze trägt das Endoskop neben der Lampe und dem Objektiv häufig ein Operations-Werkzeug. Durch einen integrierten Schlauch kann Flüssigkeit eingelassen und/oder abgesaugt werden. Die Arthroskopie kann zu diagnostischen wie zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Beispielsweise kann der Arzt im frühen Stadium der Gonarthrose durch das Endoskop Knorpelschäden erkennen, die auf Röntgenaufnahmen nicht sichtbar sind. Eine wichtige therapeutische Anwendung der Arthroskopie bei der Gonarthrose ist die Gelenkspülung ("Lavage"). Damit werden abgestorbene Knorpelzellen und störende Knorpelreste entfernt - so kann für längere Zeit Schmerzfreiheit hergestellt werden. Osteotomie - Knochenumstellung.Je jünger der Patient, desto sinnvoller kann bei Gonarthrose eine Umstellungsoperation sein, durch die eine Fehlstellung korrigiert wird. Dabei wird aus dem Schienbein unterhalb des Knies ein Knochenkeil entnommen. Nachdem der operierende Arzt den Unterschenkel in den gewünschten Winkel zum Knie gebracht hat, wird an Stelle des Knochenkeils eine Metallplatte eingesetzt. Durch diese Veränderung der Belastungsachse des Kniegelenks kann die Arthrose deutlich hinausgezögert werden. Knie-Endoprothese - künstliches Kniegelenk.Wenn das befallene Knie immer weniger belastbar wird und die Schmerzen zunehmen, spricht alles für den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks. Diese Maßnahme nennt man Alloarthroplastik. Selbstverständlich werden dabei nur bioverträgliche Materialien eingesetzt: korrosionsfeste Metalle, Kunststoffe und Keramik. Moderne Knie-Endoprothesen können problemlos 15 Jahre und länger getragen werden. Solche Operationen können heute am Computer exakt geplant werden, um die bestmögliche Haltbarkeit und Lebensdauer der Endoprothese sicher zu stellen und dem Patienten unnötiges Leiden zu ersparen. Das Kniegelenk wird ganz oder teilweise durch künstliche, hoch präzise auf den individuellen Fall abgestimmte Komponenten ersetzt. Die Prothese wird entweder einzementiert oder zementfrei eingesetzt. Der Vorteil des Zementierens besteht darin, dass man das Knie schon wenige Tage nach der Operation wieder voll belasten kann. Dafür gelten zementfrei eingesetzte Endoprothesen als haltbarer. In beiden Fällen erreichen Sie schon nach kurzer Zeit eine Beweglichkeit zurück, die ungefähr der eines gesunden Knies entspricht. Damit können Sie sogar Sport treiben - in vernünftigen Grenzen, versteht sich. |
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