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Neue OP-Techniken - damit Bewegung wieder Spaß macht

Kleine Schnitte, kurzer Krankenhausaufenthalt, schnell wieder gehen – was die modernen Operationsmethoden alles können

 

Eine Operation am Knie – das macht Patienten Angst. Doch sind die meisten Eingriffe längst nicht mehr so belastend, wie manche glauben. Wir erklären die  besten Methoden, was dabei gemacht wird und für wen sie geeignet sind.


Arthroskopie (Gelenkspiegelung)

Ein beweglicher Stab mit einer kleinen Kamera (Arthroskop) wird durch einen winzigen Hautschnitt in das Knie eingeführt. Die Kamera überträgt Bilder auf einen Monitor, auf dem die Ärzte die Strukturen im Kniegelenk betrachten können. Sind Schäden erkennbar, werden über einen weiteren Hautschnitt Spezialinstrumente eingeführt, um zum Beispiel Teile des Meniskus zu entfernen. Gleichzeitig wird das Knie durchgespült, um es von störendem Gelenkabrieb zu befreien.
Geeignet für
alle Arten von Knieschäden, besonders Meniskusverletzungen
Nach der OP*
Behandlung überwiegend ambulant. Mindestens zehn Tage Schonung. Oft ist schon nach zwei Wochen wieder Sport möglich.

Autologe Chrondozytentransplantation
Bei einer Arthroskopie wird eine kleine Menge Knorpel entnommen. Im Labor werden daraus Knorpelzellen isoliert, vervielfältigt und dem Patienten auf einem passgenauen Trägervlies wieder in den Knorpel eingesetzt. Alternative: die Mosaikplastik. Ganze Knochenzylinder mit Knorpelmasse werden verpflanzt.
Geeignet für
örtlich begrenzte Knorpelschäden, bei denen in Randbereichen noch gesunde Knorpelmasse vorhanden ist. Gesetzliche Krankenkassen zahlen im Ausnahmefall.
Nach der OP*
Das Knie kann sechs bis zwölf Wochen nur teilbelastet werden, der Patient geht an Gehhilfen. Nach sechs Monaten ist wieder Sport möglich.

Shaving
Bei einer Arthroskopie werden die aufgesplissten Knorpelfasern weggefräst.

Mikrofrakturierung

Kleine Löcher werden in die Knorpelschicht gebohrt. Knochenmark tritt hervor. Beide Verfahren sollen den Körper anregen, Ersatzknorpel zu bilden.

Geeignet für

Patienten, bei denen noch keine Indikation für ein künstliches Kniegelenk (Endoprothese) besteht.

Nach der OP*

Die ersten sechs bis zwölf Wochen Gehstützen.

 

Umstellungsosteotomie

Achsfehlstellungen der Beine (X- oder O-Beine) sind eine Ursache für ungleichmäßige Belastung und damit für die Abnutzung des Knorpels. Zur Korrektur werden Oberschenkelknochen oder Schienbein durchtrennt und ein Knochenkeil entnommen bzw. Knochenersatzmaterial eingesetzt. Der Knochen wird mit Titanplatten und Schrauben stabilisiert.

Geeignet für

Patienten unter 60 Jahren, die eine Achsfehlstellung haben.

Nach der OP*

Sechs Wochen Belastung nur an Gehhilfen. Die Titanplatten und Schrauben werden nach ca. einem Jahr entfernt.

 

Endoprothese (Gelenkersatz)

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Total- und Teilendoprothesen. Bei der Totalendoprothese (TEP) wird das gesamte Gelenk, d.h. alle gelenkbildenden Oberflächen, ersetzt. Durch verschiedene Achsen soll die Prothese sich dem Bewegungsablauf eines normalen Knies annähern. Mit unterschiedlichen Modellen können auch Gelenke versorgt werden, in denen die Bänder keinen Halt mehr geben (Totalendoprothese mit Achsenführung).

Die Teilendoprothese (Schlittenprothese) wird dann eingesetzt, wenn nur ein Teilbereich des Gelenks zerstört ist. Die Prothese besteht aus einem kufenförmigen Teil, der den Oberschenkelknochen überkront und aus einer Platte auf dem Schienbein, auf der die Oberschenkelkufe wie ein Schlitten gleitet - daher der Name. Prothesen können heute bis zu 15 Jahren und länger halten. Lockert sich die Prothese, wird sie ausgewechselt.

Geeignet für

Patienten, bei denen die Knorpelschicht volkommen abgerieben ist (Knorpelglatze).

Nach der OP*

Schon am Tag nach der OP beginnt die Krankengymnastik. Zwischen dem zehnten und 14. Tag nach der OP werden die Fäden entfernt, danach folgt meist ein stationärer Reha-Aufenthalt (siehe auch „Warum ein Reha-Aufenthalt so wichtig ist“). Die große Mehrzahl der Patienten wird wieder voll beweglich und belastbar. Sport ist ein halbes Jahr nach dem Eingriff möglich.

 

 

Computergesteuerte Navigation

Um die Passgenauigkeit und damit die Haltbarkeit von Knieendoprothesen zu verbessern, wird bei der Operation immer häufiger ein elektronischer Assistent eingesetzt. Er arbeitet wie eine Satellitennavigation im Auto, nur mit dem Unterschied, dass er statt von Funkwellen von Infrarotlicht gesteuert wird. Dieses Licht stammt von Leuchtdioden, die direkt an den Knochen des Patienten befestigt werden und einer Spezialkamera, die jede auch noch so kleine Lageveränderung des Patienten meldet. Der elektronische Assistent berechnet während der OP die Beinachse, steuert den Ansatzwinkel für die Knochensäge, gibt ständig Rückmeldung über die Genauigkeit des Eingriffs und bestimmt die ideale Position für das Implantat.

 

Warum ein Reha-Aufenthalt so wichtig ist


Je besser Muskulatur und Fitness des Patienten entwickelt sind, desto schneller verläuft die Regeneration. Doch viele Patienten haben aus Angst vor Schmerzen ihr Knie lange geschont und dabei Muskeln verloren. Ein konsequentes Training baut die Muskelstützen, die den Knochen entlasten, wieder auf, steigert die Beweglichkeit des neuen Kniegelenks und schult die Koordination. Außerdem erlernen die Patienten gelenkschonendes Verhalten im Alltag. Durch das Zusammenspiel von Operation, postoperativer Behandlung und intensiver Rehabilitation lässt sich das für den Patienten bestmögliche Ergebnis erreichen.

 


* Dies sind Durchschnittswerte. Abweichungen können sich jederzeit ergeben.