Etwa acht Millionen Deutsche haben Arthrose – einen schmerzhaften Verschleiß der Gelenke. Bei dieser Krankheit werden mehr Knorpelzellen abgebaut, als neue entstehen. Besonders häufig sind die Knie betroffen. Kniegelenke sind Schwerstarbeiter. Sie tragen unser gesamtes Körpergewicht. Beim Gehen das Vierfache, beim Laufen sogar das Sechsfache.
In einem gesunden Gelenk fangen Knorpelpuffer die Belastung ab. Wie ein schützender Mantel überziehen sie die Kontaktflächen, an denen Ober- und Unterschenkelknochen aufeinandertreffen. Damit diese Stoßdämpfer des Knies elastisch bleiben, brauchen sie Aufbaustoffe: Wasser, Zucker und Eiweiß (Aminosäuren). Die bekommen sie aus der Gelenkflüssigkeit, die von der Gelenkinnenhaut ständig neu gebildet wird. Bei jedem Schritt wird der Knorpel zusammengedrückt und die Nährstofflösung hineingepresst. Lässt die Druckbelastung nach, fließt die Gelenkflüssigkeit zurück und nimmt Abbauprodukte aus dem Knorpel mit.
Bei Bewegungsmuffeln funktioniert der Nährstoffnachschub nicht. Der Knorpel hungert, wird spröde und rissig. Die erste Stufe der Arthrose. Bald werden kleine Knorpelsplitter abgesprengt, knirschen wie Sand im Getriebe und lösen Entzündungen der Gelenkinnenhaut aus. Das nennt Ihr Arzt die „aktivierte Arthrose“. Sie tut nicht nur weh, sondern leistet der Knorpelzerstörung weiteren Vorschub. Im Endstadium der Arthrose ist die gesamte Knorpelfläche verschwunden.
Die Knochen reiben aufeinander und verformen sich. Bewegungsmangel ist also einer der Hauptauslöser für Arthrose.
Weitere Risikofaktoren sind:
Übergewicht Menschen mit zuviel Pfunden haben viermal so häufig Kniearthrose wie Normalgewichtige.
Überlastung
Bei knienden Tätigkeiten (z.B. Fliesenlegen) oder Sportarten mit hoher Druckbelastung und abrupten Richtungswechseln (z.B. Tennis) kann sich der Knorpel nicht ausreichend regenerieren.
Geschädigte Bänder
Fehlt die Stütze, hat das Knie zuviel Bewegungsspielraum, die Knorpel reiben sich ab.
X- oder O-Beine
Das Knie wird fehlbelastet.
Verletzungen und Unfälle
Knochenbrüche setzen biochemische Prozesse in Gang, die die Abnutzung begünstigen. Mikrofeine Knorpelrisse heilen nicht mehr aus.
Vererbung
Wie gut die Qualität des Knorpels ist, hängt auch von den Genen ab. Es gibt aber viele Möglichkeiten, den Abbauprozess zu stoppen, den Schmerz zu nehmen.
Wie der Arzt Ihnen helfen kann:
1) Elastische Bandagen
Sie Ùben leichten Druck auf Gelenk und BŠnder aus und geben dem Knie neuen Halt. Gleichzeitig wird die Durchblutung angeregt und der Schmerz gelindert.
2) Cortisonspritzen
Injektionen des kšrpereigenen Anti-EntzÙndungsstoffes Cortison direkt in das Kniegelenk kšnnen die Beschwerden innerhalb weniger Stunden abklingen lassen.
3) Spritzen mit HyaluronsŠure*
Sie geben dem Knie zurÙck, was es selbst nicht mehr ausreichend produziert: GelenkflÙssigkeit (Synovia). Weiterem Knorpelabrieb wird
vorgebeugt, Schmerzen werden
eingedŠmmt.
4) Laserbehandlung*
Die Strahlen dringen in den Kšrper ein und erhšhen die Stoffwechsel-aktivitŠt in den Knorpelzellen, die Regeneration der Knorpelmasse
wird gefšrdert. Die EntzÙndung der Gelenkinnenhaut klingt ab.
5) Magnetfeldtherapie*
Durch Magnetfelder ausgelšste elektrische Spannungen beschleunigen das Zellwachstum und damit die Knorpelregeneration. Die Schmerzen nehmen ab.
6) NSAR
Der Begriff steht fÙr Nichtsteroidale Antirheumatika, die meist als Tabletten verschrieben werden. Sie hemmen das Enzym Cyclooxygenase, das hormonŠhnliche Stoffe, Prostaglandine, bildet. Die Prostaglandine lšsen im Gewebe Schmerzen und EntzÙndungsreak-tionen aus. Da sie aber gleichzeitig den Magen schÙtzen, kann es bei Dauerbehandlung mit NSAR zu Magenbeschwerden kommen.
7) Cox II-Hemmer
Sie werden ebenfalls als Tabletten verschrieben und wirken ausschlie¤lich auf das EntzÙndungsenzym
Cyclooxygenase. Der Magen bleibt gesund. Allerdings besteht die Ge-fahr von Herz-Kreislauf-Stšrungen.
8) Glycosaminsulfat*
Ein natÙrlicher Knorpelbaustoff, der die Geschmeidigkeit der Gelenk-
flÙssigkeit verbessert, den Knorpel-abrieb stoppt und in Tablettenform eingenommen werden kann (z.B. ‹DonaÒ, rezeptfrei in Apotheken). Wirksame Tagesdosis: 1.500 mg. Wie NSAR hemmt auch Glyco-saminsulfat EntzÙndungen und Schmerzen, hat aber keine Neben-wirkungen.
Info-Adressen: