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Fitness mit zwei Stöcken - Beitrag von Dr. Klaus-Michael Braumann, Professor für Sportmedizin an der Universität Hamburg, zum Thema Nordic Walking

Nordic Walking hat als typische Ausdauerbelastung die gleichen positiven Effekte auf verschiedene Körperfunktionen wie andere Ausdauersportarten auch. Doch die Form der Belastung ist gerade für ältere Menschen, Übergewichtige oder bei Gelenk- und Rückenproblemen sehr viel besser geeignet, das tägliche Bewegungspensum zu erreichen.

 

Durch Nordic Walking kommt es zu einer Normalisierung des Fett- und Zuckerstoffwechsels. Der kann durch körperliche Inaktivität „entgleisen“, und so zu Diabetes II, Bluthochdruck und seinen Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Auch bei Osteoporose, bei der es zu einer Entkalkung der Knochen kommt,  haben die Belastungsreize durch diese spezielle Bewegungsform positive Auswirkungen.

 

Stauchungen der Wirbelsäule werden vermieden

Da im Unterschied zum Joggen durch den Einsatz der Stöcke auch die Muskeln der Arme und des Oberkörpers eingesetzt werden, ist der Energieumsatz bei gleicher Geschwindigkeit höher. Daneben hat der Stockeinsatz auch den Vorteil, dass der Oberkörper aufrecht und gerade gehalten wird; gleichzeitig wird der Rücken entlastet. Und auch die beim Joggen häufig auftretenden Stauchungen der Wirbelsäule kommen beim Nordic Walking nicht vor. Bei richtiger Technik wird so eine möglichst hohe Belastung des Herz-Kreislaufsystems bei möglichst geringer Belastung des Bewegungsapparates erzielt.

 

Gut für Körper und Geist

Nach neuen Erkenntnissen liegt der angestrebte Bereich des optimalen Fettstoffwechsels bei vielen Menschen deutlich über der früher empfohlenen „Herzfrequenz 130“. Daher ist es sinnvoll, vor Trainingsbeginn vom Arzt einen Gesundheitscheck mit Laktattest machen zu lassen, damit es weder zu einer Über- noch zu einer Unterbelastung kommt. Denn nur wer seinen individuell günstigsten Intensitätsbereich kennt, kann die Effizienz des Trainings um ein Vielfaches steigern. Nach nur etwa einer halben Stunde effektiver Bewegung werden körpereigene Glückshormone freigesetzt und das Immunsystem stimuliert. So kommt es neben den ohnehin positiven Resultaten auf die Psyche auch zu einem vermehrten Zufriedenheits- und gestärkten Gesundheitsgefühl.

 

Welcher Stock passt zu mir?

Entscheidend für Spaß und Erfolg beim Nordic Walking ist auch die richtige Stocklänge.

Im Handel sind Stöcke in Längen von 100 bis 140 cm erhältlich, in Abstufungen von fünf Zentimetern. Die optimale Stocklänge errechnet sich nach folgender Formel: Körpergröße in Zentimeter x 0,68. Liegt das Ergebnis genau zwischen zwei Stocklängen empfehlen Experten, auf die niedrigere Zahl abzurunden. Beispiel: Eine 165 cm große Frau sollte einen Stock von 110 cm Länge, ein 180 cm großer Mann einen Stock von 120 cm Länge verwenden.